Auch der lokale TV-Sender Center TV ist in der vergangenen Woche auf uns aufmerksam geworden. Zuerst kam eine Redakteurin samt Kamera etc. zu uns und hat ein paar Bilder aufgenommen, bei einem unserer Lieferanten gefilmt und Interviews gedreht. Anfang dieser Woche durften wir dann in das Studio fahren um bei der Studiomoderation als Gäste dabei zu sein. Diesen tollen Termin hab ich mit Florian wahrgenommen. Medientechnisch bin ich ja schon relativ erfahren und weiß, wie das mit TV und Radio so läuft. Aber in einem Studio zu einer Aufzeichnung hab ich auch noch nie gesessen.
So bin ich ganz froh gewesen, dass ich in diesem Jahr schon mal an einem Mediatraining teilnehmen konnte. Dort lernt man nämlich z. B. wie man mit Lampenfieber umgehen soll. Es empfiehlt sich, vor einem Drehtermin morgens schon mal Sprechübungen vorm Spiegel durchzuführen. Ich weiß, das klingt albern, aber so bekommt man Gelegenheit, seine eigene Mimik zu beobachten und zu „kontrollieren“. Gar nicht verkehrt ist es auch, sich Antworten zurechtzulegen und den Text einfach laut sagen, um den Kiefer zu lockern (auf der Toilette vorm Spiegel kurz vorher). Ich komme mir immer noch ziemlich bescheuert vor, wenn ich solche Übungen mache – aber es hilft.
Wir konnten im Studio zum Glück an einem Tisch sitzen. Stehen ist nämlich eine weit aus schwierigere Variante, vor allem, wenn man vor der Kamera mehrere Minuten stehen soll. Dann ist es ratsam, immer in offener Schrittstellung vor der Kamera zu stehen. Das verleiht einen festen Stand und kommuniziert gleichzeitig Offenheit dem Redakteur gegenüber. Nichts ist schlimmer, als zu verkrampfen, weil man sonst hin und her schwanken würde.
Wir saßen also an dem Tisch, der Moderatorin zugewandt und wurden abwechselnd befragt. Und die Herausforderung bestand nicht darin, die Fragen zu beantworten, sondern viel mehr darin, einen visuellen Fluchtpunkt zu suchen. Denn wenn man nicht derjenige ist der antwortet, dann weiß man schnell nicht wo man hinsehen soll. Die Augen „starr“ auf sein Gegenüber richten. Nicht hin und her sehen, das kann von Unsicherheit zeugen, dabei aber natürlich immer ein freundliches Gesicht machen…:-)
Bei all diesen Dingen, an die man denken sollte, vergisst man auch schnell mal das Atmen. Das ist ziemlich peinlich, wenn man dann plötzlich antworten muss und unter Schnappatmung leidet. Also, vor jeder Antwort immer erstmal Luft holen – das bringt einem auch noch mal ein paar Sekunden zum Nachdenken.
Florian und ich haben das ganze Moderationsinterview, glaub ich, ganz gut gemeistert. Da es ja eine Aufzeichnung war, hat man noch ein Problem. Man muss sich konzentrieren bis das Licht aus ist – solange die Kamera läuft oder keiner ein Signal gegeben hat, wird alles aufgezeichnet. Also muss man aufpassen, dass man keine Grimassen schneidet etc. Ordentlich stehen bleiben. Im Zweifelsfall läuft die Kamera noch und zeichnet alles auf. Und man weiß nie, wer die Bänder in der Redaktion in die Hände bekommt. Die Moderatorin hat zwischendurch auch mit sich selber gesprochen. Das hat uns erst sehr verwirrt, bis wir dann festgestellt haben, dass sie einen Knopf im Ohr hat und Regieanweisungen kommentiert.
Leider haben wir den Beitrag noch nicht gesehen. Aber wenn wir den Mitschnitt bekommen, dann versuchen wir, euch diesen hier zu präsentieren….und noch ein paar mehr Infos zum Verhalten vor der Kamera folgen in Kürze….