Am Freitag hab ich einen Streifzug durch Hannover gemacht. Zuerst war ich mit der Herausgeberin vom Feigenblatt verabredet. Und der Weg zu ihr war gar nicht so einfach. In Hannover hab ich mich spontan gegen das Laufen entschieden und mich in ein Taxi gesetzt. Nachdem ich dem Fahrer dreimal die Adresse genannt hatte und er wild auf sein Navigationssystem einhämmerte, war ich schon leicht verunsichert. Naja, ich hatte mich mit Hilfe eines Stadtplanes ja auch schlau gemacht und die Zieladresse war schon eine kleinere Straße. Als wir dann losfuhren hatte ich gleich das Gefühl, dass wir in die falsche Richtung fahren, aber Frauen und Orientierung – ich hab einfach mal abgewartet. Trotzdem verunsicherte mich weiterhin, dass der Taxifahrer bei jeder Kreuzung wieder auf dem Navi rumtippte. Irgendwann stelle er dann auch fest, dass er den Taxameter nicht eingeschaltet hatte. Wir fuhren, nach meinem Gefühl, seit zehn Minuten in die falsche Richtung. Irgendwann war ich so weit, den Fahrer zu fragen, ob ich umsteigen sollte und mir ein neues Taxi suchen sollte, da macht er aber schon das Geständnis, dass das Navigationssystem wohl kaputt ist. Toll. Hatte ich also doch recht. Naja, nach Straßenkarte waren wir dann nach ca. weiteren zehn Minuten da. Der Taxameter lief zum Glück immer noch nicht. Am Ende war ich dann zehn Minuten zu spät und musste sechs Euro bezahlen. Tolles Ding.
Beim Feigenblatt war es dafür dann sehr informativ. Ein wirklich interessantes Gespräch mit der Herausgeberin und eine gute Zusammenarbeit nach sieh ziehen kann. Zusammenfassend haben wir festgestellt, dass wir schon teilweise ähnliche Probleme haben. Aber beide sind wir uns sicher, dass sich der Markt für Erotik ändern wird. Jetzt muss man einfach dran bleiben. Mit dem Feigenblatt kann man sich auf eine sehr seriöse und vor allem ästhetische Art und Weise über Sexualität und Erotik informieren.
Nach diesem sehr aufschlussreichen Gespräch ging es weiter auf Shop tour. Ich hatte mir zahlreiche Shops in Hannover rausgesucht und wollte diese alle besuchen gehen. Ganz plötzlich und völlig unerwartet fand ich mich auf der Reeperbahn von Hannover wieder, die sich vor allem um die Scholvinstraße verteilt. Dort findet man Eros Center, Thai-Häuser, Intensivstationen und immer wieder die Ankündigung “Girl, Girl, Girls” – mal mit einem richtungsweisenden Pfeil, mal in blinkender Reklameschrift, an Hauswänden, auf Schildern, an Treppenstufen….
Ich begab mich in dieses Viertel gegen Mittag. Spannend zu sehen, welche Art Publikum um diese Tageszeit dort so unterwegs ist. Ich war überraschend zu sehen, wie viele unterschiedliche Menschen mittags in ein Sexkino gehen. Mein Highlight für diesen Tag hatte ich dann aber in einem Shop. Dort stand ich am Tresen, hab mit einem Mitarbeiter gesprochen während ein Mann mittleren Alters ankam, und etwas auf den Tisch legte. Der Shopmitarbeiter entschuldigte sich daraufhin kurz bei mir und ging mit dem Kunden rüber zu den Videokabinen. Er legte den Film in einen außen hängenden DVD-Player und der ältere Mann ging in die Kabine. Kam dann aber kurz noch mal wieder hinaus mit dem Hinweis “Machst aber’n bisschen lauter nech”. Oh Gott, ich wollte nur noch nach Hause. Das ging aber leider nicht. Ich hatte noch ein paar Adressen auf meinem Zettel.
Besonders zu empfehlen ist die erotische Boutique Liebhaberein. Dort hab ich einige Zeit mit der Inhaberin gesprochen, bevor ich noch bei Beate Uhse und Orion vorbeigeschlendert bin.
Irgendwann um sechs war ich dann wieder zu Hause. Wieder um ein paar Erfahrungen reicher und ein paar Illusionen ärmer…there is no business like Show…äh Sex business….

2 Responsed To This Post

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Timo said, Februar 11th, 2008 at 1:50

Hey Juliane, du warst in Hannover ?!?! Sach doch bescheid, hätten wir einen Kaffe trinken können :)

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Juliane said, Februar 11th, 2008 at 2:58

Hi Timo,

ach wie doof. Hab ich total vergessen. Ich bin den ganzen Tag durch Hannover getingelt und hab nicht an dich gedacht. Sorry. Aber beim nächsten mal ganz bestimmt….

Liebe Grüße

Juliane

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