Gestern waren Juliane und ich auf einer Lesung. Nicht auf irgendeiner Lesung, sondern auf der Tour von Charlotte Roche, die momentan mit Ihrem ersten Roman „Feuchtgebiete“ durch ganz Deutschland tingelt. Die erste Lesung im Bremer Schlachthof war komplett ausverkauft, darum gab es aufgrund der hohen Nachfrage noch einen extra Termin um 22:30 Uhr – etwas spät, aber bis zu dieser Uhrzeit hat man das Abendessen dann auch schon halbwegs verdaut, damit es zu keinen peinlichen Zwischenfällen kommt.
Ich ging total „Feuchtgebiete-jungfräulich“ in die Veranstaltung, da ich da s Buch noch nicht gelesen hatte und eigentlich nicht geplant war, dass ich mitkomme. Da aber meine Kollegin Katja verhindert war hat sie mir ihre Eintrittskarte vermacht. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle dafür!!! Juliane hatte mir zwar im Vorfeld schon von einigen Stellen im Buch erzählt, aber so recht wusste ich nicht, was mich genau erwarten wird. Ich hab mich aber innerlich schon einmal auf das Schlimmste eingestellt.
Um 22 Uhr sind wir dann am Schlachthof eingetroffen und haben uns erst mal einen guten Platz gesucht. Gar nicht so einfach, da auch die zusätzliche Lesung fast ausverkauft war und die besten Plätze in der ersten Reihe schon vergeben waren
Nicht so wild – es geht ja viel mehr ums Hören als um das Sehen bei einer Lesung. Punkt 22:30 ging es los und Charlotte Roche betrat die Bühne. Insgesamt hat Sie über eine Stunde aus Ihrem Buch vorgelesen und man konnte an den Reaktionen im Publikum richtig merken, wer das Buch schon gelesen hat und wer doch etwas verschämt gelacht oder entsetzt geschaut hat. Nach der Lesung hat Charlotte noch alle Fragen aus dem Publikum beantwortet, wo bei natürlich auch die üblichen Fragen gestellt wurde, die auch schon in den vergangen Wochen durch die Presse gegangen sind. Z.B. wie viel Prozent des Buches der Wahrheit entsprechen oder ob Sie manche Sachen, die Helen, die Hauptdarstellerin in Ihrem Buch Feuchtgebiete, macht, persönlich nicht eklig findet.
Im Anschluss gab es noch eine Signierstunde. Juliane hatte natürlich Ihr Buch im Gepäck .Im Vorfeld haben wir uns überlegt, dass wir auch gerne eine SINFIVE Vibratorverpackung von Charlotte Roche signieren lassen möchten. Da Sie dann aber während Ihrer Lesung mehrfach gesagt hatte, dass Sie nicht bereit ist Werbung zu machen, z.B. auch nicht für Pjur, eine Gleitgelmarke, die Sie in Ihrem Buch erwähnt, hatten wir dann doch etwas Angst Sie darum zu bitten. Ich fasste mir ein Herz und hab Sie einfach gefragt, nachdem Bücher signiert waren und somit ein Rausschmiss nicht mehr all zu schlimm gewesen wäre. Meine Knie zitterten, aber aus meinem Mund purzelten die Worte nur so heraus. Sie fand die Verpackung von akmeo ganz schick und hat Sie uns selbstverständlich signiert inkl. „Muschi-Titten-Herz“. Aber seht selbst auf den Beweisfotos!
Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt und mein Plan für die nächsten schlaflosen Nächte oder einen Nachmittag im Park: Feuchtgebiete lesen – jetzt will ich doch wissen was da noch alles so drin steht…


