Ich bin nun zum zweiten Mal auf der Venus und dachte ich mal alles ganz korrekt ohne Hektik. Also habe ich schon Tage vor der Messe meine Anzüge zur Reinigung gebracht, um einen seriösen Eindruck hinterlassen zu können. Direkt vor der Messe wurde erwartungsgemäß viel und lange produziert, verpackt und organisiert, so dass es am Tag der Abfahrt doch noch eng wurde. Zurück zu den Anzügen: Diese habe ich natürlich am Tag der Abreise – zusammen mit ein paar anderen Dingen – von der Reinigung abgeholt und mit in den Transporter gehängt.
Aus Mittwoch wurde Donnerstag und so stehe ich in Berlin, im Hotel, vor dem Kleiderschrank und hole die Bügel raus, auf denen meine Jackets und die Hosen hängen sollten. 50% waren dann auch tatsächlich da – die Jackets. Meine Hosen hingen also auf einem separaten Bügel, weiterhin in Bremen. Am Tag der Abreise muss ich wohl genau diese Sorgfalt der Reinigung übersehen haben. Also bin ich schön mit Jeans und Jacket zu Messe gedüst. Nicht doll und zugegebener Maßen – darüber hätte ich allein nicht schreiben müssen.
Damit aber nicht genug: Am Freitag erhalte ich per Express unsere absolut neuesten Produktentwicklungen, die ich mit unserem Designer auf der Messe abstimmen wollte. Auch abends, als wir zu einem Branchentreff eingeladen hatten. Meine Jacke wanderte, wie alle anderen Jacken an die Garderobe. Wäre Anke nicht mit Ihrer Handtasche neben mir gewesen, hätte ich auch die Neuprodukte in der Jacke und somit in der Garderobe hinterlassen. Was soll ich sagen. Als ich als letzter das Restaurant verlassen habe hing noch eine Jacke in der Garderobe – leider nur nicht meine. Ihr könnt Euch vorstellen das ich erst ein wenig sauer war, aber dann ein ganzer Film in meinem Kopf abging, als mir klare wurde, dass ich um Haaresbreite unsere neueste Produktentwicklung einem unserer Hauptwettbewerber zur Verfügung gestellt hätte. Oh Gott!
Nun gut, am Samstag passierte zum Glück nichts schlimmes. Aber dafür war unser Mietlaster am Sonntag nicht mehr dort wo wir (ich) ihn bei der Messe abgestellt hatte(n). Nach ca. 1 h hatten wir diesen wieder und warten nun auf den eigentlichen Grund, weshalb man uns abschleppen musste, denn den konnten wir nicht wirklich herausfinden.
Am gleichen Tag ging es dann auch zurück nach Bremen. Alles schien nach Plan zu laufen und nach all den „Zwischenfällen“ freute ich mich mehr als doll auf zuhause. Kurz vorm Ziel, um 23:00 Uhr mussten wir Juliane noch eine Konferenzschaltung mit Bremen 4 ermöglichen, damit sie mit Jens Uwe Krause über die VENUS plaudern konnte. Das tat sie dann auch, während wir versuchten den Sender rein zu bekommen, was in der Nähe von Braunschweig schon etwas schwierig war. Wir mussten also etliche Meter auf dem dunklen Parkplatz herum fahren, um einen besseren Empfang zu kommen. Im Rückwärtsgang ging es wieder zurück zu Juliane, die ich – so dachte ich – die ganze Zeit über die Außenspiegel zu sehen war. War sie aber nicht! Stattdessen muss es sich um einen alkoholisierten oder drogenbeeinflussten Kameraden gehandelt haben, der dann auch noch schön vor unseren Mietlaster gelaufen ist, umfiel und leicht schwankend wieder aufstand. Was für ein Idiot und mein Glück, dass ich nur Schritttempo fuhr und alles in Ordnung war.
So, wer jetzt noch glaubt die VENUS sei einfach nur ne Messe, der sollte das nächste Mal mit uns mitkommen.